WaldZeit ist in der Nationalparkregion Bayerischer Wald und Sumava verankert. Daher widmen wir uns neben unseren Reisen und Workshops von Zeit zu Zeit größeren und meist länger laufenden Projekte, die sich mit aktuelle Themen in der Region beschäftigen.

 

So standen beim Projekt Glasarche die Enwicklung der Wildnis, eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Grenzregion und die Zukunft der Glasmanufaktur im Mittelpunkt.

Beim Bau der Hütte Henry David Thoreaus stand im Fokus, wie 150 Jahre alte Ideen und Vorstellungen zur Wildnis, zu unserem Verhältnis zur Natur und einer nachhaltigen Entwicklung für uns heute wieder aktuell sind. Und eines neues Projekt um Thoreau ist in Arbeit; seien Sie gespannt!

 

Glasarche

Die Glasarche ist ein gewaltiges Schiff aus Glas:

 

Aus 480 Glasscheiben zusammengesetzt, 4,80 m lang und 3 Tonnen schwer ruht es in einer hölzernen Hand am Fuße des Lusen.
Von 2003 – 2008 war die Glasarche unterwegs im „Waldmeer Europas“; in den beiden Nationalparken Bayerischer Wald und Sumava, der an der Grenze zu Tschechien unmittelbar angrenzt. An 20 Standorten im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet ging das gläserne Schiff vor Anker. Was verbirgt sich hinter dem Symbol der Arche?

 

Eine Arche für die Natur
Die Arche steht für den Respekt vor einem Eigenwert von Natur – wie er Ziel in den beiden Nationalparken Bayerischer Wald und Sumava ist.

 

Eine Arche über alle Grenzen hinweg
Das deutsch-tschechische Kunstobjekt ist Aufruf für eine gemeinsame Gestaltung des Natur- und Kulturraums im bayerisch-böhmischen Grenzgebirge. Dabei muss auch das Denken Grenzen überwinden.

 

Eine Arche für die Glastradition
Das gläserne Schiff steht als Drittes für die jahrhundertealte Bedeutung dieser Waldlandschaft als weltweit berühmte Glasregion. Doch sind in diesem einzigartiges Kulturgut in den letzten Jahren zahlreiche Arbeitsplätze verloren gegangen.

 

Auf der Reise der Glasarche war jeder Standort mit einer anderen Aktion verbunden. Es gab künstlerische Workshops, Projekttage mit Schulklassen in den Glashütten, geführte Wanderungen durch die Wildnis der Nationalparke, und Lesungen zur Geschichte und Kultur der Grenzregion. Eines aber hatten alle Veranstaltungen gemeinsam: Sie führten die Menschen der Region zusammen.

 

Träger des Projektes war WaldZeit, Kooperationspartner die beiden Nationalparke. Die Glasarche wurde konzipiert und gebaut von Ronald Fischer und Hubert Stern. Die tschechischen Holzbildhauer Tomas Indra und Libor Kusdas schufen im Auftrag des Nationalparks Sumava die hölzerne Hand, die die Arche seit 2004 trägt.

 

Jetzt liegt die Arche am Fuß des Lusen, wo sich grenzüberschreitend die Wanderwege zum Berggipfel treffen. Ein Kunstwerk inmitten einer sich ständig wandelnden Wildnis des Nationalparks, das auch heute die zahlreichen Besuchern auf ihren Wegen durch die Natur begeistert:
„Schönheit der Natur gepaart mit künstlerischem Schaffen – eine Augenweide für 2 Wanderer aus S.;
„Als wir vor 7 Jahren hier im Bayer. Wald Urlaub gemacht haben, war mein großer Wunsch, die Glasarche zu sehen. Heute habe ich es geschafft und finde dieses Kunstwerk einmalig!“

 

Die Hütte Henry Davis Thoreaus

Im Wildniscamp am Falkenstein steht der Nachbau einer Hütte, deren Original 1845 am Walden-See im Osten der USA stand. Die Hütte und ihr Bewohner, der Schriftsteller und frühe Ökologe Henry Davis Thoreau sind mittlerweile weltberühmt. Insbesondere, weil Thoreau das eigene Gewissen als Richtschnur seines Handelns betont hat, haben sich auch Mahatma Gandhi und Martin Luther King auf ihn berufen. Außerdem wirken seine großartigen Naturbeschreibungen, sein Eintreten für den Erhalt der Wildnis und seine Vorstellungen eines zufriedenen, einfachen Lebens bis heute nach.

 

Verantwortungsbewusstsein, Wildnis und ein nachhaltiger Lebensstil – das sind nicht nur im Nationalpark Bayerischer Wald heute wieder ganz aktuelle Themen.
Daher hat WaldZeit im Rahmen eines Umweltbildungsprojekts die Hütte mit Jugendlichen nachgebaut, um zu prüfen, wie aktuell die Ideen, Ansichten und Erfahrungen Thoreaus heute sind, welche Bedeutung sie für unser Leben haben können und um unsere Zukunft zu meistern.

 

Für alle Interessierten bieten wir jährlich den Workshop „Das Lebendige ist das Wilde“ an, um den Nationalpark intensiv zu erleben und Thoreau kennenzulernen.
Und im nächsten Jahr soll das Projekt um Henry David Thoreau weiter gehen: Unter dem Titel „artist in wilderness“ bieten wir Schriftstellern und Künstlern die Möglichkeit, eine Woche in der Hütte im Wildniscamp zu verbringen, sich von seinen Gedanken für das Heute inspirieren zu lassen und in dieser einmaligen Atmosphäre zu arbeiten.

 

Wenn Sie das anspricht, schicken Sie uns eine E-Mail, warum Sie Teil des Projekts sein wollen.